Auszug aus "Ortsgeschichte Tütschengereuth" von Hans Salberg:
Im ältesten Pfarrbuch der Pfarrei Trabelsdorf-Lisberg findet sich folgender Eintrag: Am 12. Dezember 1603 hielt der alte Pfarrherr von Dütschengereuth, Herr Johann Ziegler, die Leichenpredigt für die verstorbene Frau Walburg Koch, Ehefrau des evangelischen Pfarrers Georg Koch in Lisberg.
Im Jahre 1608 ist dort folgendes eingetragen: Am 25. Oktober 1608 hielt der alte evangelische Pfarrherr Herr Eucharius Hartmann von Dütschengereuth eine evangelische Trauung in Lisberg, in Abwesenheit des dortigen Pfarrers Zacharias Virnig.
Außerdem ist noch folgender Eintrag vom 1. Oktober 1611 interessant:
Juliane, die edle Frau Zöllnerin von Dütschengereuth, Pankratz Zöllners selig hinterlassene Witwe, als Patin.
Es ist anzunehmen, daß die Herrn von Berg und die Herrn von Zöllner gemeinsam diese Pfarrer aufgestellt und auch unterhalten haben. Jedenfalls finden wir in den späteren Jahrhunderten keine Spur mehr von ihnen. Auf dem Lageplan des Bergischen Schlosses ist auch eine Schloßkapelle eingezeichnet. Sie soll im Garten zu Hausnummer 24 (früher 30) gestanden sein, Mauerreste wurden um das Jahr 1870 dort noch gefunden. Dies würde auch übereinstimmen mit einer urkundlichen Bemerkung, daß die Schloßkapelle auf Würzburger Grund gestanden ist und daß nach Erbauung der neuen Kirche 1788 die beiden kirchlichen Glocken von der alten auf die neue Kirche übergeführt wurden. (Hofkammer-Akten Bamberg)
Heutige Kirche
Die heutige Kirche wurde im Jahre 1788 erbaut. An der Baustelle befand sich zuvor eine Wendelini-Kapelle und daneben ein See, welcher erst trockengelegt werden mußte.
Nach einer alten Chronik, welche von dem Schulmeister Zweier geschrieben war, wurden in diesem See sogar Karpfen gezüchtet. Leider ist diese Chronik verlorengegangen.
Beim Bau dieser Kirche wurden Steine von Tütschengereuth verwendet und die Einwohner haben eifrig Hand- und Spanndienste geleistet. Über die eigentlichen Kosten sind leider keinerlei Aufzeichnungen mehr vorhanden.
Erweiterung 1928
Da sich die Kirche im Laufe der Jahre immer mehr als zu klein erwies, wurde am 20. Oktober 1921 beschlossen, dieselbe zu erweitern. Es gab aber viele Hindernisse zu überwinden. Der von Regierungsbaumeister Sachs, Bamberg, gefertigte Bauplan wurde vom Bayerischen Landesamt für Kunst- und Denkmalpflege, München, nicht anerkannt. Das Bezirksamt hatte auch Bedenken wegen der Finanzierung. Die Gemeinde ließ einen neuen Plan von dem Architekten Hans Krug in Gaustadt anfertigen, welcher mit großer Mühe in München genehmigt wurde. Am 11. September 1921 wurde der erste Spatenstich getan, und am Vorabend vom Christ-Königsfest des gleichen Jahres konnte schon das Richtfest gefeiert werden.
Am 20. Oktober 1928, am Fest unseres Kirchenpatrons, des hl. Wendelinus, wurde die neue Kirche von seiner Exzellenz Erzbischof Dr. Jakobus von Hauck feierlich eingeweiht. Zu dieser Einweihung hatte sich die gesamte Bevölkerung der Ortschaft Tütschengereuth sowie viele Bekannte aus der näheren Umgebung eingefunden.
Sanierung von St. Wendelinus 2006
Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick konnte im Oktober 2006 nach 16 Monate Bauzeit die Kirche St. Wendelinus in einem Dankgottesdienst wieder einweihen. DIe Tütschengereuther habe dank ihrer umfangreichen Eigenleistung von 2000 Stunden die Baukosten mit rund 266.000 € noch im Kostenrahmen halten können.